berufliche Neuorientierung ab 50: Schritt für Schritt zum Erfolg

Kürzlich erzählte mir mein 21-jähriger Sohn, dass eine Firma zehn ihrer Mitarbeiter entlassen hat, weil der Umsatz ungenügend war. Darunter einen älteren, über 50-jährigen Angestellten. Meinem Sohn ging es gleich wie mir. Warum ein über 50-jähriger Angestellter? Wird dieser Mann noch eine Stelle finden? Warum er und nicht jemand, der grössere Chancen am Arbeitsmarkt hat? Wir kennen die genauen Umstände und Hintergründe nicht. Wir müssen sie respektieren. Doch was kann man tun, wenn man einen neuen Job suchen muss und bereits über 50 Jahre alt ist? Ein paar Tipps und Inputs für Bewerbungen.

Chancen abklären – Ziele definieren

Je älter wir sind und je nach Branche in der wir arbeiten, kann eine berufliche Neuorientierung schwierig sein. Menschen über 50 kommen zu mir ins Coaching, weil sie mehr als nur eine einfache Bewerbung schreiben müssen. Sie wissen um die Schwierigkeit, einen neuen Job zu finden. Was kann man in so einem Fall tun? Wie kommt man zur Klasse, weg von der Masse?

  1. Sammeln von Daten. Das sind zum einen die eigenen Erfahrungen. Die Aus- und Weiterbildungen. Berufserfahrungen. Alles, was die Jobsuche unterstützen könnte.
  2. Sammeln von möglichen Anforderungen an das Berufsbild des aktuellen Jobs oder einem möglichen und ähnlichen, in der heutigen Zeit. Warum nicht bei einem Unternehmen einfach mal anfragen, ob man einen Stellenbeschrieb erhalten kann? Bitte keine Massenmails versenden. Suchen Sie sich ein paar wenige Unternehmen aus, die zu Ihnen passen könnten und umgekehrt. Das bedeutet Arbeit. Ja. Es geht um Ihren neuen Job. Kontakte schaffen und Interesse zeigen nützt mittel- und langfristig. Oder im Internet auf Berufsplattformen suchen. Damit erhalten Sie Informationen zu Erwartungen seitens möglicher Unternehmen und können allfällige Chancen besser einordnen.
  3. Definieren Sie Ihre Ziele. Was sind die Musts und was die Dont’s?

Ordnen – Stärken und Kompetenzen herausfiltern

Das gesammelte Material gilt es nun zu ordnen. Was sind Ihre Stärken und Kompetenzen und wie könnten diese bei der Stellensuche gezielt (!) eingesetzt werden? Ihre Bewerbung soll ein Unikat sein. Keine Kopie. Keine Massenware. Man muss sofort spüren, was Sie ausmacht. Diese Einzigartigkeit präsentieren Sie möglichst fehlerfrei und ohne Lücken in Ihrer Bewerbung. Lassen Sie auch Hobbys einfliessen, die zur offenen Stelle passen könnten. Man darf Ihre Persönlichkeit merken und man darf Sie sehen.

«Sei wie du bist. Irgendwann kommt es sowieso raus!»

Diesen Satz habe ich auf einer Karte von KLARE WORTE (© Gutsch Verlag) gelesen. Damit sind wir bei einem weiteren sehr wichtigen Punkt. Natürlich kann man sich in einer Bewerbung möglichst gut darstellen. Das machen alle so. Solange man bei der Wahrheit bleibt, ist dem fast nichts entgegen zu setzen. Wir dürfen uns positiv darstellen. Wir sollen es sogar! Schwierig wird es bei Lügen und Halbwahrheiten. Diese haben bekanntlich kurze Beine. Die Gefahr, seinen Job nach kurzer Zeit aufgrund falscher Angaben in der Bewerbung zu verlieren, ist nicht nur gross, sie schadet auch langfristig (wird im Lebenslauf gesehen).

Originalität und Präsentation sind darum das Mass vieler Dinge bei einer Bewerbung. Übrigens nicht nur für Menschen ab 50.

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Andreas Räber, GPI-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Weiterführender Tipp: Berufliche Neuorientierung mit 40 plus

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