Theologie Ausbildung: Beruf oder Berufung?

Traumberuf Pfarrer oder Pfarrerin? Dies ist keine ganz gewöhnliche Berufswahl. Wichtiger als alle fachlichen Voraussetzungen ist die persönliche Eignung und der feste Entschluss, die Herausforderung als Pfarrer oder Pfarrerin mit all seinen Facetten und Besonderheiten anzunehmen. Ein Überblick, was Interessenten in einer theologischen Ausbildung erwartet und die nötigen Voraussetzungen dazu.

Wer das Amt als Pfarrerin oder Pfarrer ausüben möchte, sollte nicht nur ein Interesse an Glaubens- und Sinnfragen mitbringen, sondern ebenso gerne mit Menschen arbeiten und Begeisterung und Freude an der christlich-jüdischen Tradition haben.

Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, sich zum Pfarrer beziehungsweise zur Pfarrerin formen zu lassen, das heisst, in den Pfarrerberuf hineinzuwachsen und diesen als Berufung zu verstehen.

Darüber hinaus sollten BewerberInnen gewillt sein, mit der Kirche verbunden zu leben und mit haupt- und ehrenamtlich Tätigen zusammenzuarbeiten.

Das Studium der Evangelischen Theologie ist eine Suche nach Antworten auf Fragen, die sich aus dem Dasein des Menschen und dem christlichen Glauben ergeben. Viele Universitäten bieten online Selbsttests an, mit deren Hilfe Interessenten ihre Berufswahl noch einmal überprüfen können.

Pfarrer, Prediger werden, Theologie Ausbildung, studieren

Pfarrer, Prediger werden, Theologie Ausbildung, studieren

Pfarrer, Prediger werden, Theologie Ausbildung, studieren

Das Theologie-Studium

Voraussetzungen

Neben den bereits genannten Voraussetzungen für den Beruf des Pfarrers beziehungsweise der Pfarrerin ist für ein Theologiestudium in der Regel der Abschluss der allgemeinen Hochschulreife nötig. Es ist aber auch möglich, sich mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung um einen Studienplatz zu bewerben, denn weitaus entscheidender als alle Bildungsabschlüsse ist der persönliche christliche Glaube.

Inhalte

Ein Interesse an der hebräischen, griechischen und lateinischen Sprache sollte vorhanden sein. Handelt es sich hier doch um eher aussergewöhnliche Sprachen.

Bestandteil des Grundstudiums sind zudem das Alte und das Neue Testament und ihre Auslegung sowie die Entstehung und die Geschichte der Kirche. Auch praktische Anteile haben im Lehrplan des ersten Semesters einen festen Platz. Hinzu kommen Übungen zum wissenschaftlichen Arbeiten und die Lektüre wichtiger alt- und neutestamentlicher Quellentexte.

Im Hauptstudium werden die erworbenen Kenntnisse vertieft und individuelle Schwerpunkte gesetzt. Ein wichtiges Fach ist die systematische Theologie, die sich in Dogmatik und Ethik teilt.

  • Die Dogmatik beschäftigt sich mit dem christlichen Glauben, der Schöpfung durch Gott sowie dem Wirken Jesu Christi und des Heiligen Geistes.
  • Weitere wichtige Themen sind das Leben und Sterben der Menschen, die Auferstehung und das ewige Leben.
  • Das Fach Ethik gibt den Studierenden die Möglichkeit, andere Religionen kennenzulernen, und behandelt ethische Fragestellungen, die beispielsweise den Umgang der Menschen miteinander oder den Respekt vor dem Leben allgemein betreffen.

Durch eingehende Lektüre und anschliessende Gespräche lernen die Studierenden, sich eigene theologische Urteile zu bilden.

Die Praktische Theologie setzt sich im Hauptstudium in Form der

  • Liturgik,
  • Seelsorge,
  • Religionspädagogik,
  • Homiletik/Predigtlehre,
  • Oikodomik/Kybernetik und
  • Diakonik

fort.

Je nach Hochschule sieht die Theologieausbildung Praktika in kirchlichen und ausserkirchlichen Einrichtungen vor oder erkennt diese als Teil des Studiums an. Diese praktische Ausrichtung und das Eintauchen in die Sorgen und Nöte anderer Menschen ist sehr wichtig, bestimmt sie doch das spätere Leben als Pfarrer oder Pfarrerin.

Aufbauende Studieninhalte

Nicht nur eine Theologieausbildung ermöglicht die Arbeit in und mit der Kirche, sondern auch einige andere Fächer und Studienbausteine. Zu diesen gehören

  • die Diakoniewissenschaft,
  • die Gemeindepädagogik,
  • die Kirchensoziologie,
  • Kunst, Musik und
  • Kirchenbau.

Abschluss und Vikariat

In der ihnen zugeordneten Gemeinde leisten die Studierenden seelsorgerische Arbeit und bereiten sich unter der Anleitung des örtlichen Gemeindepfarrers oder der Gemeindepfarrerin auf ihren zukünftigen Dienst vor.

Im Fokus steht die praktische Ausbildung in der Gemeindearbeit und ihrer Leitung, insbesondere das Durchführen von Gottesdiensten, die Seelsorge, der Religionsunterricht und die Konfirmandenarbeit.

Zu den wichtigsten Fähigkeiten gehören Predigtaufbau und Rhetorik genauso wie

  • liturgische Präsenz,
  • Gemeindeleitung und
  • Öffentlichkeitsarbeit.

Sehr wichtig für die persönliche Entwicklung der Vikarinnen und Vikare ist ausserdem die Seelsorge, die das Vikariat zu einer intensiven Orientierungsphase macht.

Die endgültige Aufnahme als Pfarrer oder Pfarrerin in die Kirche beansprucht meist einen gewissen Zeitraum, der auch als Bewährungsprobe für den/die Kandidat/in gilt.

© berufliche-neuorientierung.ch – 4.3.2020 (ar)

Weiterer Artikel auf Berufliche-Neuorientierung.ch

Weiterführende Tipps im Web