Was beinhaltet eine Coiffeur-Ausbildung? Ist ein Quereinstieg möglich? Lohnt sich eine berufliche Neuorientierung in Richtung Coifferberuf? Solche und weitere Fragen thematisieren wir in dieser Rubrik.

An den Schweizer Coiffeurfachschulen kann man eine professionelle Ausbildung im Damen- oder Herrenfach absolvieren. Man erlernt den Coiffeurberuf von Grund auf und übt die Praxis an Puppenköpfen und echten Modellen. Über Gründe, Coiffeuse oder Coiffeur zu werden, Coiffeur-Handwerk und Coiffure in Coronazeiten und berufliche Perspektiven als Coiffeure.

Wie weiss ich, welche Berufe es überhaupt gibt? Gibt es einen passenden Traumjob? Wie findet man den idealen Beruf, der zu einem passt? Hier einige Denkansätze, die Ihnen auf Ihrer Suche helfen können.

Die KV-Lehre ist die berufliche Grundbildung mit den meisten Auszubildenden. Im Jahr 2018 schlossen in der Schweiz über 24.500 Absolventen die Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann (EFZ) erfolgreich ab. Insgesamt beendeten über 62.500 Personen ihre EFZ-Ausbildung mit einem Fähigkeitszeugnis. Fast 40 % aller Auszubildenden machen eine KV-Lehre. Nur ein kleiner Teil von ihnen arbeitet jedoch nach der Ausbildung im erlernten Beruf. Ein Grossteil nutzt die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann als Sprungbrett für die berufliche Karriere und bildet sich danach weiter oder schliesst ein Studium an. Die Statistik zur beruflichen Grundbildung 2018 des Statistischen Bundesamts listet jedoch Hunderte weitere Berufe auf.

von Jasmin Taher

Im Rahmen meiner Recherche für diesen Text habe ich im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis eine kleine Umfrage gestartet.

Überraschendes Ergebnis: Über 30 % der inzwischen Erwachsenen, die von mir interviewt wurden, wollten als Kinder Tierarzt* werden.

Nüchterne Bilanz: Heutzutage ist keiner der Befragten Tierarzt.

Berufliche Zukunft: Von den Kindern unter 7 Jahren, die ich interviewt habe, möchte übrigens nur eines – die Tochter einer Tierärztin – selbst Tierärztin werden. Ich gehe davon aus, dass sie ihren Berufswunsch eines Tages ausüben wird.

Berufswünsche: Die anderen Teilnehmer meiner Umfrage nannten als Traumberufe unter anderem Baggerfahrer, Feuerwehrmann, Polizist, Arzt, Zahnarzt, Mechaniker, Landwirt, Tierpfleger, Schneider, Designer, Musiker, Architekt, Schauspieler, Tänzer, Lehrer und Erzieher.

Fällt Ihnen auch etwas auf? Keiner der Befragten – ob gross oder klein – wollte Informatiker, Jurist, Chemiker oder Buchhalter werden. Niemand hatte den Wunsch, den ganzen Arbeitstag als Sachbearbeiter vor einem Computer zu sitzen und E-Mail-Anfragen oder Telefonate zu beantworten.

Welcher Tätigkeit gehen Sie jetzt nach und sind Sie glücklich dabei?

Überraschende Erkenntnis: Die Teilnehmer meiner Umfrage, die im sozialen Bereich als Ärzte, Zahnärzte, Sozialarbeiter, Erzieher, Lehrer, Physiotherapeuten, Osteopathen, Kranken- und Altenpfleger arbeiten, sind – abgesehen von einigen Fällen, die unter berufsbedingten Rückenschmerzen leiden – überwiegend zufrieden mit ihrer Berufswahl. Auch bei den Bäckern, Mechanikern, Gärtnern, Landwirten und Coiffeuren ist die Erfüllung durch ihre berufliche Tätigkeit hoch.

Trauriges Ergebnis: Viele der Befragten, die heute den ganzen Tag an einem Büroarbeitsplatz sitzen, leiden auch unter Rückenschmerzen. Sie sind deutlich unzufriedener mit ihrem aktuellen Job und denken über eine – teils einschneidende – Veränderung ihrer Tätigkeit nach. Auch viele der interviewten Mütter, die familiär bedingt vor einigen Jahren aus dem Beruf ausgestiegen sind, wollen nicht mehr zurück in ihren ursprünglichen Job.

Was ist der richtige Job für mich?

Interessanter Weise spielen viele Menschen, die ich interviewt habe, damit, sich beruflich umzuorientieren und Erzieher oder Altenpfleger zu werden. Sie lassen damit beispielsweise finanzielle Aspekte, die in jungen Jahren sicherlich einen entscheidenden Einfluss auf die Berufswahl hatten, aussen vor.

Vielmehr lassen sich bei der Berufswahl von ihren Neigungen leiten, überlegen sich, was sie gerne den ganzen Tag machen würden und womit sie glücklich und zufrieden sein können.

Ich habe aber auch Beispiele gesammelt, da erinnerten sich die Menschen, die sich in fortgeschrittenem Alter beruflich neu orientieren wollten, an ihre ursprünglichen Berufswünsche. Einer sehr besondere Frau, die ich kennenlernen durfte, fiel mit Mitte vierzig wieder ein, dass sie eigentlich Ärztin werden wollte, um Menschen in Afrika zu helfen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits viele Jahre als Primarschullehrerin Kinder unterrichtet. Mittlerweile ist sie über sechzig Jahre alt und fliegt nächste Woche zu ihrem nächsten Hilfseinsatz in die Zentralafrikanische Republik. Dort wird sie ihren Traumberuf aus Kindertagen ausüben und als Chirurgin den Menschen helfen.

*    Die Autorin verwendet im obigen Text die männliche Berufsbezeichnungen, dieses generische Maskulinum bezieht Frauen in gleichem Maße ein wie Männer.

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Viele Dinge im Leben schauen wir als selbstverständlich an. Sind uns nicht bewusst, wie wertvoll sie sind. Zum Beispiel unsere Haut. Erst wenn sie juckt, wenn wir uns verletzen, uns irgendwo anstossen und sie sich blau verfärbt, sind wir uns dieses Sinnesorgans bewusst.