Ist der Berufseinstieg einmal erfolgreich gemeistert, wird der Job wenige Jahre später schnell zur Routine. Vielen ergeht es so: Nach der Überlebensphase kommt die Normalität – alles im Griff, der Alltagstrott kehrt ein, gnadenlos. Man weiss, wie der Hase läuft, die Perspektiven sind irgendwann erkannt und erreicht. Nichts Neues also ab vierzig? Keineswegs. 40 ist das beste Alter dafür, seinen beruflichen Werdegang konstruktiv zu überdenken.

Liegt da noch was drin?

Gründe für Stillstand können viele sein. Sicherheitsbedürfnis, Unsicherheit, mangelnde Flexibilität sind einige davon. Ein weiterer Grund soll hier besprochen werden: Fehlende Wertschätzung oder besser: fehlende Kenntnis der eigenen Persönlichkeit. Wer sich selbst, die eigenen Stärken und Schwächen nicht kennt, weiss auch nicht, wohin der Lebensweg noch führen könnte. Wer sich seiner individuellen Persönlichkeitsmerkmale nicht bewusst ist, kann schwerlich den Weg in ein erfüllendes Berufsleben finden. Denn berufliche Tätigkeit und Persönlichkeit sind, im Guten wie im Schlechten, enger miteinander verzahnt, als mancher denken mag.

Den Weg ins Innere gehen

Wer in ein erfüllendes, individuell gestaltetes Leben eintauchen will, muss sich zuerst auf den Weg zu sich selbst begeben. Den Weg ins Innere, in die Vergangenheit und hin zu den individuellen Fähigkeiten, Leidenschaften und Schwächen. Aus diesem heilsamen Prozess geht Mut hervor; Mut zu einem neuen, besseren, passenderen Leben. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit führt zu Lust auf Veränderung und Freude an der Zukunft. Die Psychologie liefert hierzu die Mittel. Professionelle Coaches können hier als Fachleute wertvollen Input liefern. Veränderung ist also möglich!

Es ist möglich!

In der Lebensmitte noch einmal neu zu beginnen ist nicht nur möglich, sondern gut. Gerade in der Lebensphase um die vierzig kommt es häufig vor, dass beiseite gedrängte Wünsche an die Oberfläche kommen und förmlich nach Umsetzung schreien. Festgefahrene Muster zu durchbrechen gibt Schwung ins Leben, das Abenteuer hält den Menschen lebendig. Dennoch braucht es Mut. Altes loszulassen, das fiel noch keinem leicht. Doch wer nichts wagt, gewinnt auch nichts und ein Segelschiff ist nicht für den Hafen gebaut. Gut Mut also, Mensch in der Lebensmitte: Auf zu neuen Ufern!

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Andreas Räber, GPI-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Der Traum von der Selbstständigkeit lässt so manchen nicht los. So lange, bis er es selbst probiert hat. Um erfolgreich zu sein, muss man seine Kernkompetenzen kennen.

Warum Kernkompetenzen kennen?

«Ich habe dieses Produkt selbst zu Hause getestet.» Diese Aussage hört man immer mal wieder bei einem Verkaufsgespräch. Grund: Im Verkauf unterstützen eigene Überzeugungen und bereits gemachte Erfahrungen mit dem Produkt den Verkaufsprozess positiv. Wer selbstständig werden will, muss darum seine eigenen Kernkompetenzen, allfällige Produkte und seine persönlichen Überzeugungen gut kennen. Überzeugungen haben einen grossen Einfluss auf den Vertrauensaufbau beim potenziellen Kunden. Kennt der Verkäufer seine Produkte? Kennt er Schwachstellen und Stärken? Auch die von sich selbst? Versucht er Unsicherheiten zu vertuschen? Ehrlichkeit und Transparenz gewinnen in der Regel. Wer authentisch ist, gewinnt Vertrauen und Vertrauensaufbau ist insbesondere bei der Neukunden-Akquisition sehr wichtig.

Selbstständig werden: Gut geplant ist der halbe Erfolg.

Auch bei einer geplanten Selbstständigkeit braucht es konkrete Ziele. Sie ermöglichen Unternehmer damit in Krisen- und Erfolgszeiten einen besseren Umgang mit den täglichen Herausforderungen. Die Arbeit wird bewusst zielorientierter. Damit werden unnötige Stresssituationen eingegrenzt und man überzeugt nachhaltiger und langfristiger. Eine Ausrichtung auf konkrete Ziele stärkt Stärken, senkt die Kosten, steigert das Image und den mittel- und langfristigen Erfolg.

Stärken entdecken, Trends erkennen.

Wer sich selbstständig machen will, weiss in der Regel, was er verkaufen will. Faktoren in der Selbstständigkeit sind zum Beispiel mögliche Trends (Beispiel Content- und Online-Marketing), Fachkompetenz (erlernter Beruf, Weiterbildungen, Hobbys u. a.) und Empathie. Diese drei Säulen bilden wichtige Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg.

Trends erkennen

Trends bieten ein spannendes Potenzial. Denn was vom Kunden nicht gefragt ist, wird nicht gekauft. Daher sich im Vorfeld der Selbstständigkeit bewusst mit der Frage der Trends auseinandersetzen. Aufgepasst: Ein Trend kann auch sein, dass Bisheriges wieder neu am Aufkommen ist (Beispiel Mode oder Schallplatten). Wichtig: Suchen und finden, testen und erfolgreich werden, braucht seine Zeit.

Fachkompetenz

Ihre bisherige Berufswahl bildet die wichtigste Basis für den geplanten Erfolg. Dort haben Sie Erfahrung (bei den Trends fehlt dies unter Umständen noch), hier schaffen Sie Vertrauen und können von Anfang an überzeugen. Gibt es Lücken in der Ausbildung? Müsste noch der eine oder andere Weiterbildungs-Kurs belegt werden? Betrifft die Selbstständigkeit ein Umfeld, das sich dauernd verändert (unbedingt laufende Weiterbildung gezielt einplanen)?

Das Hobby zum Beruf machen.

Paradebeispiele für Quereinstiege sind Fotografen oder Berufe, bei denen es noch keine eidgenössische Ausbildung gibt. Der Coach ist (noch) ein solches Beispiel. Berufsbildung ist in Bewegung. Neue Berufe entstehen, bisherige verschwinden. Ein weiteres Beispiel ist der Hobbygärtner, der immer mehr Anfragen erhält und sich dann aufgrund der Auftragslage für eine Selbstständigkeit entscheidet. Der grosse Vorteil von Hobbys: Die eigenen Interessen stehen im Vordergrund. Folge = höhere Motivation. Das muss bei einer Ausbildung, Lehre nicht unbedingt so sein. Weil es den idealen Beruf also solches bei der Berufswahl vielleicht noch nicht gegeben hat.

Wer selbstständig werden will, muss sich im Vorfeld mit den Kernkompetenzen auseinandersetzen. Er oder sie müssen wissen, in welche Richtung man sich bewegen will. Achtung: Man kann nicht alles können! Manchmal müssen Leistungen hinzugekauft werden (Buchhaltung, Content- und Online-Marketing, Mitarbeiter, Freelancer, etc.). Die Kernkompetenzen müssen jedoch konsequent im Vordergrund stehen. Das gilt in erfolgreichen, wie in Krisenzeiten!

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Andreas Räber, GPI-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Weiterführende Links zum Thema Selbstständig werden

Latente Fragen, wie

«Bin ich im richtigen Job?»,

«Welche Weiterbildung ist die richtige für mich?» oder

«Soll ich mich selbstständig machen?»,

tauchen immer wieder an die Oberfläche und können innere Unruhe auslösen. Und zwar so lange, bis dies angegangen und geklärt wird. Im folgenden Artikel geht es darum, eine kleine Hilfestellung anzubieten, wie man vorgehen kann.

Bin ich im richtigen Job / Beruf?

Diese Frage stellt man sich dann, wenn Gefühle auftauchen, die den Job infrage stellen. Hier gilt es genau hinzuhören und sich diesen Gefühlen zu stellen. Was sind die Gründe für diese inneren Stimmen, die das Bild der gefühlten Wirklichkeit beeinflussen?

  1. Gibt es zum Beispiel private Situationen, die einen direkten Einfluss auf die eigene Stimmung haben. Warum? Unsere Gefühle beeinflussen uns. Was ist der wirkliche Grund für die Frage, ob man im richtigen Job ist?
  2. Was ist am bisherigen Job, Beruf gut? Schreiben Sie sich die Dinge auf, die Ihnen gefallen. Denn wenn Sie einen Wechsel vornehmen oder eine Neuorientierung wagen, haben Sie bereits einen Kriterienraster der Musts im neuen Job oder beim neuen Arbeitgeber. Auf der anderen Seite spüren Sie vielleicht, dass Ihr Job oder Arbeitsplatz sehr viele Vorteile bietet, auf die Sie nicht verzichten möchten. Wertvolle Dinge werden für uns Menschen sehr schnell selbstverständlich und geraten unbewusst in Vergessenheit.

Welche Weiterbildung ist die richtige für mich?

Weiterbildung hat mit Zukunft zu tun. Man investiert, um sich seinen Arbeitsplatz zu sichern, um eventuell sogar befördert zu werden oder mehr Geld zu verdienen. Dieses Ziel erreichen Sie, wenn Sie mehr Kompetenzen aufbauen können. Daher auch hier die Frage: Was ist vorhanden? Welche Kompetenzen haben Sie bereits? Was fehlt? Hat sich der Zielmarkt weiterentwickelt? Wenn ja, in welche Richtung? Welche Gefahren (zum Beispiel die technische Entwicklung – der Mensch wird durch Computer ersetzt) könnten den bisherigen Job gefährden? Mit der Beantwortung dieser Fragen haben Sie bereits eine erste Checkliste zur Seite, die Sie bei der Suche einer geeigneten Weiterbildung unterstützt.

Nutzen und Machbarkeit

Das Weiterbildungsangebot hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Das ist gut so, denn Bildung ist wichtig. Doch jede Weiterbildung ist genau so gut, wie der Inhalt, der vermittelt wird und wie die Umsetzung durch die Teilnehmer erfolgt. Weiterbildungen sind in der Regel gut, der Weg und das Wie der Umsetzung liegt jedoch bei Ihnen. Daher ist für die Wahl der geeigneten Weiterbildung wichtig, vorher abzuklären, ob das Wissen überhaupt umgesetzt werden kann. Entweder an der jetzigen oder in einer zukünftigen Arbeitsstelle.

Soll ich mich selbstständig machen?

Ob man sich als selbstständiger Unternehmer durchsetzen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel von einem selbst. Wer wenig oder keine bestehenden Kundenkontakte hat, hat es schwer. Denn für einen Auftrag ist oft die bisherige Beziehung ausschlaggebend. Einen Auftrag zu erteilen, ist eine Frage des Vertrauens. Vertrauen muss aufgebaut werden.

Den ersten Schritt wagen

Ob man es schafft, weiss man erst, wenn man es versucht hat. Eine eigene Webseite, ein gut definiertes und verständlich erklärtes Angebot und dann starten. Mit Google AdWords hat man die Möglichkeit, erste kostengünstige Tests im Bereich der Werbung durchzuführen, die es ermöglichen, die Zielgruppe genau anzusprechen. Doch Achtung: Wer kommerziell tätig sein will, ist verpflichtet, auf der Webseite ein Impressum mit Angabe des Namens des Betreibers einzufügen. Das bedeutet, er oder sie muss im Vorfeld den bestehenden Arbeitgeber informieren. Dass dies heikel ist, liegt auf der Hand. Die andere Variante ist die, einen Jobwechsel vorzunehmen mit einem reduzierten Pensum, um berufsbegleitend eine eigene Firma aufzubauen. Dass Selbstständigkeit Risiken mit sich bringt, ist bekannt. Dass ein Angestelltenverhältnis weniger Sicherheit bietet, als man meint, wird verkannt …

Wie weiter im Beruf?

Das Leben gleicht einem Abenteuer. Ganz gleich, ob man im Alltagstrott lebt oder Neues entdecken will. Beides lebt man unbewusst bewusst. Wir haben es zu einem grossen Teil in der Hand, ob das Leben uns gestaltet oder wir das Leben. Mit dem nachfolgenden Satz von Ausbildung-Tipps.ch im Artikel ‚Karriereplanung: Meine Karriere zeichnen‘: «Die meisten Menschen überschätzen das, was sie in einem Jahr erreichen können. Sie unterschätzen aber, was sie in 15 Jahren erreichen können.» möchte ich Ihnen Mut zu den vielfältigen Möglichkeiten im Leben und Beruf machen. Ganz gleich, ob wir sie aktiv angehen oder ob wir das Bestehende ganz einfach mehr geniessen.

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Andreas Räber, GPI-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Beruflich Selbstständig sein. Wer träumt nicht davon? Selber entscheiden können, die Strategie und Massnahmen definieren. Erfolgreich sein. Möglich oder nicht? Ich habe meine Kollegin Jasmin Taher beauftragt, sich einfach mal mit dem Gedanken auseinander zu setzen, wie es wäre, wenn sie oder ihr Mann sich selbstständig machen würden. Zum Beispiel als Coach. Hier ihr Beitrag.

Manchmal führt einen die eigene Krise zum Coach, manchmal wird man vom Chef ins Coaching geschickt. Wer selbst positive Erfahrung mit Coaching gesammelt hat und das Erlernte gerne weitergeben und auch anderen Menschen helfen möchte, sollte über eine Selbstständigkeit als Coach nachdenken.

Basis einer Selbstständigkeit – eine fundierte Ausbildung

Die Bezeichnung «Coach» ist nicht geschützt. Jeder könnte sich, auch ohne Ausbildung, als Coach selbstständig machen. Man sollte jedoch auf jeden Fall eine fundierte Ausbildung in einem renommierten Institut absolvieren. In den Kursen, die meist nebenberuflich angeboten werden, wird nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern man lernt auch, wie man das Erlernte in der Praxis umsetzen kann. Es wird trainiert, wie man Coaching-Sitzungen oder Seminare abhält und wie man ganze Coaching-Prozesse aufbaut und umsetzt. Man lernt, wie man sich – trotz regen Interesses für die Probleme der trainierten Personen – abgrenzt und die Probleme der anderen nicht zu seinen eigenen macht.

Selbstständig als Coach – Was kommt auf mich zu?

Die ersten selbstständigen Schritte sind immer schwer, deshalb sollte man sich gut darauf vorbereiten. Vielleicht kann man die Selbstständigkeit zunächst nebenberuflich aufbauen, damit man nicht gleich das volle Risiko als Freiberufler tragen muss.

Bevor man jedoch loslegt, sollte man sich einen ausgeklügelten Businessplan aufstellen. Man sollte schließlich auf geeignete Räumlichkeiten zurückgreifen können, sich über die eigene Preisstruktur klar werden, sich bewusst machen, dass es mit der Sitzung alleine nicht getan ist. Man benötigt auch viel Zeit zur Kundenakquise, zur Vor- und Nachbereitung von Sitzungen sowie für das eigene Coaching, die Supervision.

Hier einige wenige Fragen, die man sich beantworten sollte, bevor man beginnt

(natürlich gibt es noch viel mehr Fragen, die man im Vorfeld durchdenken sollte!):

  • Wie kann ich mich von der Masse der Coachs abheben?
  • Gibt es etwas, was ich (eventuell aufgrund meiner Vorausbildung) anders/besser machen kann als andere Trainer?
  • Will ich mich auf Firmenseminare oder auf Einzelcoachings konzentrieren?
  • Wo kann ich meine Sitzungen oder Seminare abhalten? (Tipp: Man kann häufig auch Besprechungsräume in Bürokomplexen oder Firmen stundenweise anmieten.)
  • Wie viel muss ich pro Stunde verlangen, um meine Kosten zu decken und davon leben zu können?
  • Wie viel Zeit muss ich zur Vor- und Nachbereitung einkalkulieren?
  • Wie aufwändig ist die Kundenakquise oder kann ich bereits auf einen Kundenstamm zurückgreifen?
  • Wer betreut mich, wenn ich Coach bin? Wer macht meine Supervision? Wie hoch sind die Kosten, die ich dafür einplanen muss?

Wo bekomme ich Hilfe und Rat?

Im Internet gibt es zahlreiche Informationen. Doch auch nach langer, akribischer Recherche bleiben viele Fragen offen. Diese lassen sich im persönlichen Gespräch oder Telefonat mit einem erfahrenen Coach leichter beantworten. Hier kann man sich vertrauensvoll an sein Ausbildungsinstitut oder auch an den eigenen Trainer wenden.

Ein Coach für den Coach – Selbstreflexion

Man muss sich bewusst sein, dass Hilfesuchende mit ihren ganz privaten Problemen, mit persönlichen Schwierigkeiten oder beruflichen Aufgabenstellungen zum Coach kommen werden. Supervision und Abgrenzung sind deshalb essentiell, wenn man selbstständig als Coach arbeitet. Die ständige Betreuung durch einen Supervisor ist wichtig, damit man die Probleme der Klienten nicht mit nach Hause nimmt und damit man selbst einen Spiegel für die eigene Arbeit bekommt.

Beachten Sie auch „Wie man Coach wird und wie man seine Mitarbeiter besser führen kann“

Autorin: Jasmin Taher

Weiterführende Links zum Thema Selbstständigkeit als Coach

 

Stellenanzeigen und Jobportale

Wie finde ich oder was ist mein(e) Beruf(ung) – Teil 1»)

Ein weiterer Weg ist das bewusste (!) Lesen von Stellenanzeigen – auch solchen, die vielleicht gar nicht erste Priorität haben. Dadurch kann man herausfinden, ob und welcher neue Job, welche Herausforderungen einen ansprechen würde. Denn wenn man die Anforderungen liest und denkt, das wäre genau die Stelle für mich, ist man im Selbstfindungsprozess schon ziemlich weit. Es gibt Stellausschreibungen, bei denen einen Teilaufgaben abschrecken. Dann weiss man klar, das will ich eigentlich nicht oder nicht mein Leben lang machen. So bekommt das Lesen von Stellenanzeigen einen neuen richtungsweisenden Aspekt.

Man kann auf diese Weise auch herausfinden, welche Weiterbildungen für diesen Beruf gefragt sind und sich aktiv in diese Richtung bewegen, eine Ausbildung beginnen und so die eigene Arbeitsmarktfähigkeit steigern. Eine absolvierte Weiterbildung zeigt dem Arbeitgeber, dass man lernwillig ist, sich für seinen Beruf engagiert und nicht stehen bleibt.

Vor 50 Jahren genügte ein Beruf für ein ganzes Arbeitsleben. Die zunehmenden Anforderungen und Neuerungen in der Arbeitswelt bringen es mit sich, dass heutzutage durchschnittlich alle 5 bis 15 Jahre eine berufliche Weiterbildung oder Umorientierung erfolgt. Hier helfen Weiterbildungsportale.

Für Stellenangebote auf Jobportalen suchen

Suchen und finden im Internet, dank Jobportalen.

Berufliche Netzwerke werden immer wichtiger

Es gibt bereits Bücher und Kurse, wie man am besten berufliche Netzwerke knüpft. Über 50 % der Stellen werden über Beziehungen vermittelt und gar nicht erst ausgeschrieben. Berufliche Netzwerke, die bekanntesten in der Schweiz sind Xing und LinkedIn, bei denen man seine Fähigkeiten und Erfahrungen angibt, werden immer wichtiger im Bereich Rekrutierung. So kann es passieren, dass man über Xing oder LinkedIn in Kontakt mit ehemaligen Arbeitskollegen kommt und der Job, der zu einem passt, einem zugetragen wird.

Aber dies geschieht meist erst dann, wenn man die oben beschriebenen inneren Klärungsprozesse und Abklärungen gemacht und für sich beschlossen hat, dass man einen neuen Beruf, einen neuen Job, ein neues Arbeitsleben beginnen möchte.

Autorin: Jasmin Taher


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Immer wieder steht man vor der Frage: Wie soll es in meinem Leben weitergehen? Bin ich glücklich mit meinem Job? Habe ich den richtigen Beruf? Entspricht er meinen Fähigkeiten? Ein Beitrag von meiner Kollegin Jasmin Taher.

Beruf = Berufung

Das Wort Beruf ist abgeleitet von Berufung. Manche Menschen fühlen ganz genau, welche Tätigkeit sie ruft und was sie beruflich im Leben verwirklichen wollen. Das sind die sogenannten Traumjobs, die ganz verschieden sein können: Lokführer/in, Pilot/in, Journalist/in, Pianist/in, Mediziner/in oder Tierpfleger/in. Die einen wissen schon als Kinder, was sie werden wollen. Die anderen grübeln lange darüber nach, welchen Berufsweg sie einschlagen sollen. Und da heutzutage niemand mehr seines Arbeitsplatzes sicher ist, stellt sich die Frage nach dem richtigen Beruf manchmal ganz unerwartet, wenn der langjährige Job plötzlich wegrationalisiert wird.

Der Weg zum Berufsglück

Es gibt verschiedene Wege, den Beruf zu finden, der zu einem passt und einen glücklich macht. Bereits vor dem Gang zur professionellen Berufsberatung sollte man sich klar werden, was man gut kann. Auch die Frage, bei welchen Aufgaben man von anderen geschätzt oder gar gelobt wurde, hilft einem dabei, herauszufinden, was man gut kann. Wenn man gelobt wird und sich selbst gut fühlt, dann steigen Selbstbewusstsein und Arbeitsqualität und dadurch auch die Lebensqualität. Und das ist schliesslich das Fernziel, das man mit einem passenden Beruf anpeilt.

Was kann ich am besten?

Wenn man sich diese Fragen nicht beantworten kann, gibt es Eignungstests, um sich selbst zu testen und herauszufinden, in welchen Bereichen man stark ist und um welche Bereiche man besser einen  Bogen machen sollte. Wer keine Onlinetests mag, kann sich Gedanken über seine Grundfähigkeiten machen. Man schreibt eine Liste mit Tätigkeitswörtern, die man gerne ausführt: Rechnen, texten, beschreiben, helfen, zuhören, erklären etc. Alternativ gibt es auch Listen, bei denen man diese Verben anstreichen kann, um sich bewusst zu werden, was man gerne tut.

Fremdbild und Eigenbild

Manchmal ist man von seinen eigenen Stärken nicht überzeugt oder erkennt sie nicht als solche. Hier bietet es sich an, ein Aussenbild einzuholen. Ob Freunde oder Verwandte, Geschäftskollegen oder Coach, jede Meinung hilft und zeigt einem eine andere Facette des eigenen Wesens auf und erweitert das Eigenbild. Und kann dazu führen, dass man seinen eigenen neuen Weg findet.

Berufsfelder zur Orientierung

Wenn man sich über seine inneren Neigungen klarer geworden ist, kommt der nächste Schritt:

Welche Berufsfelder gibt es, die mich grundsätzlich interessieren? Welche schliesse ich bereits von Anfang an aus? Die klassische Branchenunterteilung findet man auch in jedem grösseren Stellenanzeiger oder Jobportal. Dies erleichtert einem dann auch die gezielte Jobsuche. Wenn man die grobe Richtung kennt, in die man gehen will, kann man sich über die genaue Route Gedanken machen. Man kann Berufsbilder mit den Eignungen vergleichen.

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Autorin: Jasmin Taher


Weitere Aus- und Weiterbildungstipps im WWW

 

 

Wer älter ist hat auf dem Arbeitsmarkt weniger Chancen. Darum sind Kündigungen oft auch Schicksalsschläge. Welche Möglichkeiten haben Menschen, die zum Beispiel über 50 Jahre alt sind und denen gekündigt wird? Dieser Frage ist Reto Ramstein, Jurist, im Auftrag von berufliche-neuorientierung.ch nachgegangen.

Wird einem Mitarbeiter z.B. über 50 gekündigt, gibt es rechtliche Aspekte, die ihn unterstützen?

Ältere Angestellte eines Unternehmens trifft eine unerwartete Kündigung besonders hart. Sie verlieren nicht nur die Existenzgrundlage, sondern auch ihre Identität, die sie sich mit der langjährigen Betriebszugehörigkeit erschaffen haben. Ausserdem haben ältere Arbeitnehmer bei der Stellensuche immer noch mit Vorbehalten von Arbeitgebern zu kämpfen. Nach den Erfahrungen des Beobachter-Beratungszentrums haben Unternehmen aber wenig Hemmungen, ihre langjährigen Mitarbeiter zu entlassen, wenn z.B. die Leistung abnimmt. (Quellen: der Beobachter, Kündigung Jahrzehnte treu – dann abserviert, beobachter.ch/arbeit-bildung/arbeitsrecht/artikel/kuendigung_jahrzehnte-treu-dann-abserviert/).

Wie kann rechtlich gegen eine Kündigung vorgegangen werden?

Die Ausgangslage ist leider nicht ideal. Das Schweizer Arbeitsvertragsrecht hat keinen besonderen Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer. Es braucht weder eine Vorankündigung noch einen Grund für die Kündigung. Auch Sozialpläne sind gesetzlich nicht vorgesehen. Obwohl es eine gesetzliche Abgangsentschädigung für über 50-Jährige gibt, die nach mehr als 20 Dienstjahren ihre Arbeitsstelle verlassen, können die Arbeitgeber ihre Pensionskassen-Beiträge mit der Abgangsentschädigung verrechnen. Die Zahlungen der beruflichen Vorsorge haben grundsätzlich Vorrang. (Quellen: grenznah.info, Arbeitsrecht in der Schweiz, grenznah.info/16.html, der Beobachter, Kündigung Jahrzehnte treu – dann abserviert, beobachter.ch/arbeit-bildung/arbeitsrecht/artikel/kuendigung_jahrzehnte-treu-dann-abserviert/).

Allerdings gibt es ausnahmsweise ein Recht auf Entschädigung, wenn der kündigende Arbeitgeber das Prinzip der schonenden Rechtsausübung verletzt. Das Bundesgericht hat diesbezüglich entschieden (BGE 132 III 115), dass ein Unternehmen eine erhöhte Fürsorgepflicht hat, wen ein Angestellter sein gesamtes Arbeitsleben für das Unternehmen tätig war. Wer deshalb <<einem Angestellten nach 44 Dienstjahren, wenige Monate vor der Pensionierung ohne betriebliche Notwendigkeit und ohne nach einer sozialverträglicheren Lösung gesucht zu haben, kündigt, verletzt seine Fürsorgepflicht und handelt damit missbräuchlich>>; d.h. die Kündigung ist missbräuchlich nach Art. 336 OR. In diesem Fall wurde einem älteren Angestellten eine Abgangsentschädigung von sechs Monatslöhnen zugesprochen. Wer eine Entschädigung beanspruchen will, muss dies jedoch vor dem Ablauf der Kündigungsfrist beim Arbeitgeber schriftlich verlangen. Ausserdem ist innerhalb von 180 Tagen ab dem Ende des Arbeitsverhältnisses die Klage beim Gericht einzureichen (Art. 336b OR, vgl. auch Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Kündigung, seco.admin.ch/themen/00385/00420/04667/04686/?lang=de).

Tipp: ältere Arbeitnehmer sollten sich rechtlich beraten lassen, wenn sie vor der Pensionierung und ohne Sozialplan/Entschädigung eine Kündigung erhalten.

Konkurrenzverbot

Ein Konkurrenzverbot ist angemessen zu beschränken, damit eine unnötige Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens des Arbeitnehmers vermieden wird. Falls jedoch die wirtschaftliche Existenz eines älteren Arbeitnehmers durch eine Altersrente vollumfänglich gesichert ist, kann dies im Ergebnis dazu führen, dass ein Konkurrenzverbot gegenüber einen pensionierten Arbeitnehmer (mit viel Erfahrung) noch strenger ausgestaltet wird. (Quelle: Dr.iur. Christoph Senti, Pensionierte als Arbeitnehmende: Ein arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Sonderfall mit Stolperstricken, Bereinigtes und aktualisiertes Referat der Weiterbildungsveranstaltung des Instituts für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis, St. Galler Tagung zum Arbeitsrecht, Freitag, 2. Dezember 2011, Grand Casino Luzern, 9450.ch/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=70).

Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit

Es ist grundsätzlich möglich, Freizügigkeitskapital vorzeitig in bar zu beziehen, falls eine selbständige Erwerbstätigkeit aufgenommen wird. Bei einem Scheitern droht allerdings der Verlust dieses Altersguthabens. Aus diesem Grund sollten insbesondere ältere Selbständigerwerbende von einem Barbezug des Altersguthabens absehen. (Quelle: Startwerk.ch, Vorsorgegelder für Selbständigkeit einsetzen? Startwerk.ch/2013/02/18/bvg-als-startkapital-vorsorgegelder-fuer-selbstaendigkeit-einsetzen/).

Sozialversicherungsrechtliche Regelung

Falls ältere Arbeitnehmer 48 Monate oder weniger vor Erreichen des AHV-Alters arbeitslos werden, können Sie bis zur Ausrichtung der AHV-Rente Arbeitslosentaggelder beanspruchen. Ihr Höchstanspruch beträgt 640 Taggelder. Ein halbes Jahr vor dem AHV-Alter sind sie auch nicht mehr verpflichtet, eine Stelle zu suchen. (Quelle: grenznah.info, Arbeitsrecht in der Schweiz, Grenznah.info/16.html)

(c) berufliche-neuorientierung.ch – 15.02.2014

Autor: Reto Ramstein, Jurist

Einleitung: Andreas Räber, GPI Coach, Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch

Webtipp:

Ausbildung-Tipps.ch: 50plus und wie man einen neuen Job findet 

Es ist paradox: Noch nie zuvor in der Geschichte konnten wir so frei entscheiden, mit welchem Job wir unseren Lebensunterhalt verdienen wollen. Den beruflichen Möglichkeiten sind hierzulande kaum Grenzen gesetzt. Und doch sind so viele Westeuropäer unglücklich mit ihrer beruflichen Situation. Jeder Vierte wünscht sich laut dem deutschen Meinungsforschungsinstitut Gallup eine neue Stelle, jeder Siebte kommt gar zum Schluss, den falschen Beruf gewählt zu haben. Das hat Auswirkungen auf das Seele, Geist und Körper. Und mindert den Erfolg – auch den der Firma.

Ein ernst zu nehmendes Problem – für die ganze Volkswirtschaft

Nicht selten sind an diesem Massenphänomen der unglücklichen Arbeitnehmer die Unternehmen schuld. Zu wenig wird in Werte wie Beständigkeit, Motivation und individuelle Förderung investiert, zu viel auf Tempo und Profit gepocht. Statt nachhaltige Kundenbeziehungen werden kurzfristige Profite angestrebt. Das rächt sich irgendwann.

Wer an seinen Mitarbeitern Raubbau betreibt, sollte sich nicht wundern, wenn sie früher oder später das Haus verlassen. Für solch selbstverschuldetes Unglück gibt es keine Entschuldigung. Schliesslich handelt es sich bei miesem Arbeitsklima um ein ernst zu nehmendes Problem, das gar zur Gefahr der Volkswirtschaft werden kann.

Arbeit als Quelle der Zufriedenheit

Arbeit muss keine Last sein. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die berufliche Situation das empfundene Lebensglück massgeblich beeinflusst. Wer zufrieden ist am Arbeitsplatz, bewegt sich sicherer im Leben, ist offener für soziale Kontakte, blickt optimistischer in die Zukunft und wird sogar weniger krank.

Menschen, die sich selbst als zufrieden bezeichnen, werden auch so von ihren Mitmenschen wahrgenommen. Das äusserst sich nicht zuletzt im Kundenkontakt.

Arbeit besteht also nicht einzig im Abarbeiten aufgetragener Aufgaben, sondern genauso im Pflegen von Beziehungen mit Kollegen, in Gesprächen beim Mittagessen und produktivem Klima in Meetings.

Chancen beruflicher Neuorientierung

Es lohnt sich also, sich als Arbeitnehmer die wichtigen Fragen zu stellen: Bin ich zufrieden in meinem Job? Kann ich hier mein Potenzial entfalten? Verwende ich meine gut 8 Stunden tägliche Arbeitszeit auf etwas Sinnvolles und Nachhaltiges? Wer diese Fragen mit nein beantworten muss, für den lohnt sich berufliche Neuorientierung. Ein Wagnis, gewiss. Aber berufliche Neuorientierung bringt längst nicht nur Gefahren mit sich – sondern eine Menge Möglichkeiten und die Chance auf neues Lebensglück.

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Andreas Räber, GPI-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Wer sich beruflich neu orientiert, hat in der Regel genug vom bisherigen Beruf oder Job. Es geht darum, etwas anderes zu finden. Etwas, das mehr zu den eigenen Gaben passt, oder einen Arbeitgeber, der den Menschen und dessen erbrachte Leistung besser würdigt. Die Sehnsucht, am Morgen motiviert zur Arbeit zu gehen, nimmt immer mehr zu. Gesucht ist ein Beruf mit mehr Sinn.

Präge ich meinen Beruf oder prägt der Beruf mich?

Jeder Beruf kann einen belasten. Keine Zeit mehr für sich und seine Hobbys lassen. Was wie viel Raum einnimmt, ist letztendlich eine persönliche Einstellungssache. Trotzdem: Die Frage, ob ich meinen Beruf präge oder ob der Beruf mich prägt, ist berechtigt. Sie hängt ebenso von den eigenen Erwartungen ab. Welche Werte sind mir wichtig? Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit Menschen? Oder muss ich einfach im stillen Kämmerlein arbeiten können? Eine Ausbildung, die in erster Linie mit Menschen zu tun hat, ist die Theologie-Ausbildung.

Theologie begleitet Menschen und das mit Visionen

Was macht Theologie aus? Ist es der Umgang mit Menschen? Menschen muss man als Theologe auf jeden Fall gerne haben. Man begleitet in diesem Beruf die unterschiedlichsten Menschen jeden Alters über eine kürzere oder längere Zeit. Das Diesseits und das Jenseits – das Fassbare und das Unfassbare sind Themen, die einen als Theologen beschäftigen. Das Diesseits: Menschen leben im Moment, arbeiten, essen, schlafen – der tägliche Ablauf gehört zu ihrem Lebensinhalt, der sehr unterschiedlich gelebt werden kann. Diesen Alltag, diesen sicht- und greifbaren Lebensinhalt muss ein Theologe kennen und anerkennen. Dadurch werden Menschen erst offen für die Fragen des Jenseits wie zum Beispiel: Wo komme ich her? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Fragen, die wir nicht mit einer absoluten Bestimmtheit beantworten können. Theologie ohne Praxisbezug ist oft nicht nachvollziehbar. Das ist die Kunst und Herausforderung für einen guten Theologen, das Diesseits und das Jenseits nachvollziehbar zu verbinden.

Glaube ist ein ständiges Suchen nach Gott

Theologie hat mit Fragen zum Leben und was danach kommt zu tun. Es gehört zum Menschsein, dass wir die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet haben möchten – auch wenn man dies vielleicht nicht so direkt sagen würde. Auf etwas zu setzen, zu vertrauen, das man nicht sieht, erfordert Mut. Deshalb sollten Menschen in diesen Fragen begleitet werden. Auch das ist die Aufgabe der Theologie. Ansätze fürs praktische Leben aus der Sicht des christlichen Glaubens anbieten. Ansätze, die nachvollziehbar sind, die ermutigen und die man selbst umsetzen kann. Wer als Theologe tätig sein möchte, muss überzeugen können. Perspektiven vermitteln, an die man selbst nicht glaubt, greifen kaum. Wer Theologie studieren möchte, ist herausgefordert und ganz nah am Leben.

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Andreas Räber, GPI-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Was ist ein Coach? Beispiele: Ein Lebensberater oder Trainer, jemand, der anderen Personen, sogenannten Gecoachten, Wege zur persönlichen Weiterentwicklung aufzeigt. Ein guter Coach bringt seinen Klienten durch gezielte Fragen dazu, sich selbst zu reflektieren und seine Verhaltensweisen und deren Wirkung auf die Aussenwelt zu erkennen. Im Anschluss kann ein Weg gefunden werden, sie zu verbessern.

Coaching ist Beratung ohne Ratschlag

Der Lebensberater / Coach gibt dem Gecoachten Feedback und hält ihm so einen Spiegel vor. Manchmal kommt auch eine Videokamera zum Einsatz. Das aufgenommene Filmmaterial wird gemeinsam gesichtet und analysiert. Danach erfolgt das Erarbeiten von Verbesserungsansätzen. Im Verlauf des Coachings wird der Gecoachte Fortschritte erkennen.

Gründe für einen Berufswechsel

Manchmal führt einen die eigene Krise zum Lebensberater, manchmal wird man vom Vorgesetzten ins Coaching geschickt. Lebensberater / Coach wird man meist, wenn man selbst gecoacht wurde und das Erlernte gerne weitergeben möchte. Die positive Erfahrung mit dem Coaching kann dazu führen, dass man sich entschliesst, eine Ausbildung zum Coach zu machen, um anderen zu helfen.

Die Ausbildung zum Lebensberater

Die Bezeichnung «Coach» ist nicht geschützt. Jeder könnte sich, auch ohne Ausbildung, Coach nennen. Die Anbieter können aus diesem Grund die Ausbildung eigenständig und frei gestalten. Fast immer erfolgt die Ausbildung in berufsbegleitenden Kursen.

Empfehlenswert ist es, wenn die Kurse nicht nur theoretisches Wissen vermitteln, sondern auch reichlich Möglichkeit zur Umsetzung in der Praxis bieten, indem beispielsweise Rollenspiele mit anderen Kursteilnehmern durchgeführt werden.

Um umfassendes Wissen vermitteln zu können, sollten die Kurse insgesamt mindestens 250 Stunden Präsenzzeit umfassen. Zusätzlich ist Zeit fürs Selbststudium und für praktische Übungen einzuplanen.

Die Ausbildungsinhalte

Wie die Ausbildung zum Lebensberater aussehen sollte, hat die Stiftung Warentest aktuell ausgearbeitet. Details darüber, «Was ein guter Lehrgang für Einsteiger bieten sollte» findet man unter: Test.de/Coachen-lernen-Was-ein-guter-Lehrgang-fuer-Einsteiger-bieten-sollte-4605169-4608241.

Während der Ausbildung müssen auf jeden Fall neben den berufsethischen Grundsätzen, Werten und Haltungen auch Fragen des Berufsrechts und der Vertragsgestaltung behandelt werden.

Die Kursteilnehmer sollten lernen, wie sowohl Coaching-Prozesse als auch die einzelnen Sitzungen ablaufen.  Der zukünftige Lebensberater muss während der Ausbildung lernen, sich seiner Rolle als Coach bewusst zu werden. Überzeugendes, selbstbewusstes Auftreten ist im Coaching wichtig. Da Coaching viel mit der Funktionsweise der menschlichen Interaktion zu tun hat, müssen psychologische Themen intensiv behandelt werden. Psychologische Themen stehen im Vordergrund der Ausbildung. Aber ein Lebensberater muss wissen: Coaching ist keine Psychotherapie!

Die Coaching-Ausbildung sollte stets mit einer Prüfung abschliessen. Diese kann beispielsweise aus einer schriftlichen Diplomarbeit, einer mündlichen Prüfung und einer praktischen Übung bestehen.

Was erwartet einen nach der Ausbildung

Man muss sich bewusst sein, dass nach der Ausbildung Hilfesuchende mit ihren ganz privaten Problemen zum Coach kommen werden. Dabei kann es sich um persönliche Schwierigkeiten oder auch um berufliche Aufgabenstellungen handeln, wie zum Beispiel:

  • Team-Konflikte lösen
  • Probleme im Auftreten und Präsentieren
  • Neue Herausforderungen im Job

Ein Coach für den Coach

Abgrenzung für den Coach und Supervision sind wichtig. Die Betreuung durch einen Supervisor ist wichtig, damit der Coach die Probleme seiner Klienten nicht mit nach Hause nehmen muuss und damit er selbst einen Spiegel bekommt für seine Arbeit. Ein guter Coach interessiert sich für die Probleme der Personen, die er coacht, macht sie jedoch nicht zu seinen eigenen.

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Andreas Räber, GPI-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.


Weiterführende Tipps: