Am 4. März stimmt das Schweizer Volk über die No-Billag-Initiative ab. Mitarbeiter aus einer sonst schon durch Einsparungen betroffenen Branche, sehen sich grossen Herausforderungen ausgesetzt. Die Jobangst nimmt zu. Fragen wie «Wie geht es weiter?» «Wie ist meine berufliche Zukunft und welche Möglichkeiten habe ich sonst noch?» nehmen an Stärke zu. Was kann man tun?
Kennen Sie das? Sie sitzen mal wieder auf der Arbeit. Neben Ihnen stapelt sich ein gewaltiger Haufen Papierkram, der bis zu einer unmöglichen Deadline bearbeitet werden muss. Ihr Chef sitzt Ihnen im Nacken und während Sie über Ihre aktuelle Situation nachdenken, macht sich in Ihnen ein beklemmendes Gefühl der Langeweile und Leere breit. Sie stellen sich vor, wie es wäre, anstatt Ihres jetzigen Jobs diese eine Sache zu machen, von der Sie schon so lange träumen.
«Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.» sagte schon Konfuzius. Wer (s)eine Berufung findet, ist motivierter. Doch wie findet man sie? Die eigene Berufung finden ist eine Pflicht, ja eine Lebensaufgabe! Auch wenn wir unsere Träume und Wünsche vielleicht nicht verwirklichen können, sollten wir die Berufung zumindest andenken und immer wieder versuchen. Der hier vorliegende Online-Ratgeber unterstützt Sie darin.
Was macht ein Sozialpädagoge und was macht diesen Beruf so einzigartig? Eine Skizze eines der wertvollsten Berufe in der Schweiz.
Persönlichkeitstests gibt es einige. Besonders bekannt sind zum Beispiel STRUCTOGRAMM® Trainings-System, DISG® Training, BIRKMAN®, Enneagramm, INSIGHTS Discovery® Persönlichkeitsprofil, Myers-Briggs®-Typenindikator und viele andere. Jeder zeigt Stärken und Potenzial der Absolventen auf. Auch auf Facebook werden immer wieder solche Tests gepostet.
Was für ein Typ bist du?
Welches ist dein Musikstil?
Wie alt fühlst du dich innerlich?
Tests sind beliebt. Wer will nicht wissen, wie er oder sie tickt?
Das Danach bestimmt über den Wert eines Persönlichkeitstests
Einen Test machen ist das eine. Was wir anschliessend daraus schliessen, das andere. Der echte Wert kommt mit der Umsetzung zum Vorschein. Nichts tun ist wie etwas zu besitzen, ohne es zu nutzen. Das wäre in sich eine unlogische Handlung. Einen Persönlichkeitstest ausfüllen und die Auswertung mit einer Fachperson, zum Beispiel einem Coach, durchdiskutieren, ist sehr zu empfehlen. Damit die erkannte Wahrheit sich durchsetzen kann..
Kann man eine Persönlichkeit überhaupt erfassen?
Professionelle psychologie Persönlichkeitstests sind sehr umfangreich und in meinen Augen auch glaubwürdig. Allerdings ist es immer eine Momentaufnahme. Unsere Persönlichkeit entwickelt sich laufend und präsentiert sich verschieden. Je nach Stimmung, Umfeld, Bereitschaft, Stabilität und der persönlichen Geschichte. Sie wird durch schlechte Einflüsse gebremst und sie kann sich in einem positiven Umfeld enorm entwickeln. Ein Persönlichkeitstest sollte von einem Fachmann durchgeführt und als Momentaufnahme, als Standortbestimmung in einem dynamischen Leben gesehen werden.
Was erkenne ich in einem Persönlichkeitstest?
Die meisten Tests basieren auf verschiedenen Grundtypen mit verschiedenen Prägungen. Der GPI®-Persönlichkeitstest, zum Beispiel, arbeitet mit der Individualpsychologie nach Alfred Adler. Er verwendet folgende vier Grundrichtungen.
- Der Geschäftige: Machertypen, die vor Aktivität sprühen und andere leicht übergehen können.
- Der Konsequente: Dieser Typus arbeitet sehr genau und will alles unter Kontrolle haben.
- Der Gemütliche: Kreative Menschen, die vieles auf ihre eigene Art und Weise erledigen. Sie lieben die Freiheit.
- Der Freundliche: Beziehungsmenschen, die Aufgaben übernehmen, damit sie Anerkennung erhalten.

Abbildung oben: Fiktives Beispiel einer Auswertung mit dem GPI-Persönlichkeitstest
Als Auswertung erhält der Coachee ein einfaches A4 Blatt, das je nach Ausrichtung den Anteil der jeweiligen Grundrichtung anzeigt. Wichtig ist dabei, den «Kapitän» festzuhalten. Er ist derjenige, der uns vorantreibt. 2 Beispiele:
Wer geschäftig ist und konsequent, leistet starke Aufbauarbeit bis ins kleinste Detail. Mit der Folge, dass durch solch hohen Aufwand die Gesundheit leiden kann.
Wer einen hohen Gemütlichen-Anteil hat, darf sich nicht zu sehr zu zeitlich einengenden Projekten verpflichten. Er braucht viel Freiraum und ein eigenes Zeitraster.
Haben Sie sich in der einen oder anderen Situation oder im Typus erkannt? Es tut gut zu wissen, wie wir denken. Daraus lässt sich auch verstehen, warum wir so handeln, wie wir handeln. Sicht- und Handlungsweisen erkennen und verstehen sind Kernauswirkungen von Persönlichkeitstest. Dank diesen Erkenntnissen kann die eigene Karriere besser geplant werden. Dank ihnen kann man sich vor anhaltenden Drucksituationen auch besser schützen.
Letztendlich geht es um Ausgewogenheit, um Gelassenheit und darum, im Leben Spuren zu hinterlassen – und zwar nachhaltige, die wir selbst gestalten können!
Weiterführende Tipps zum Thema Persönlichkeitstest
- Zum GPI® Persönlichkeitstest findet man auf GPI-Coach.ch weiterführende Informationen.
- Auf meiner Webseite Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch biete ich im Coaching-Starter-Paket diesen Test an, inkl. einem Auswertungsgespräch.
Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.
Den Job zu verlieren, bedeutet eine enorme Herausforderung! Existenz- und andere Ängste fördern einen sinkenden Selbstwert. Je nach Alter kann es zu einer nachhaltigen Lebenskrise kommen. Genau in solchen Situationen gilt es, das Schicksal bei den Hörnern zu packen und sich auf seine Stärken zu besinnen.
Was kann ich? Kompetenzen auflisten
Niemand fällt auf null zurück und niemand fängt bei null an. Auch bei einer Arbeitslosigkeit nicht. Ausnahmslos jeder Mensch hat Berufs- und Lebenserfahrung, worin er oder sie Stärken erkennen kann. Auch in unseren Hobbys liegt Potenzial.
Arbeitslosigkeit ist kein Stoppschild und keine Einbahnstrasse, sondern die Aufforderung, umgehend den grösstmöglichen Einfluss auf die berufliche Laufbahn zu nehmen.
In den letzten 20 Jahren sind sehr viele neue Berufsbilder entstanden, die auch neue Berufsmodelle ermöglichen. Dadurch sind wir zwar gefordert, doch können wir grossen Einfluss auf unsere Lebensqualität nehmen. Zumindest sollten wir das, was wir beeinflussen können, zu nutzen versuchen. Unsere Stärken notieren und Schritte wagen.

Einen Neuanfang nach der Entlassung wagen.
Grenzen durchbrechen, Neues wagen
Das klingt nach einem Poweranlass, bei dem ein Referent Teilnehmer barfuss über glühende Kohlen gehen lässt. Doch so etwas ist damit definitiv nicht gemeint. Wir stehen uns oft selbst am meisten im Weg.
Wir sind Weltmeister im negativen Denken. Sich selbst etwas zuzumuten, darf spürbar sein, solange es authentisch ist. Wir dürfen uns auch anderen zumuten. Ohne etwas zu wagen, treten wir an Ort. Selten kann man mit dieser Haltung Einfluss auf seinen – privaten oder beruflichen – Weg nehmen. Ohne Risiko, ohne Bereitschaft geht nichts. Die Frage ist, wie viel Risiko wir eingehen können.
Auch kleine Schritte führen zum Ziel
Bewegung bewegt. Innerlich und äusserlich. Bereits im Kleinen. Hier liegt ein Schlüsselpunkt. Das Tempo und vieles mehr können wir bestimmen. Das Internet bietet uns viele Möglichkeiten, zu recherchieren und uns zu präsentieren. Sei es in Plattformen wie Xing oder Linkedin, sei es in Facebook. Je früher, desto besser. Denn je später wir uns um unser Image und um unser Netzwerk kümmern, desto schwieriger (aber nicht unmöglich) kann es werden.
Dabei sollten wir nicht stehen bleiben. Dass man auch in unmöglichen Situationen immer wieder Chancen hat, zeigt das Engagement von Michael Fenaroli (53). Als Banker kennt er das Gefühl, auf die Strasse gestellt zu werden. Heute hilft er andern Bankern, die ebenfalls in der gleichen Situation sind. Zwei davon konnte er schon zu einem neuen Job verhelfen. Uns das in einem Bereich, in dem seit Jahren Stellen gestrichen werden. Ein Beweis dafür, dass es auch in einem schwierigen Umfeld möglich ist, einen Job zu finden.
- Blick.ch: Noch nie waren so viele Banker arbeitslos – banker helfen Bankern
Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.
Mehr zum Thema berufliche Neuorientierung
Auf dem Presseportal von Inar.de bin ich auf einen Artikel zum Thema «Berufliche Neuorientierung ab 40: Die 4 besten Tipps vom Karriereberater aus München» gestossen. Nachfolgend das Wichtigste in Kürze, ergänzt mit weiteren Tipps von mir (GPI® Coach, Andreas Räber).
Sich beruflich neu orientieren: 4 wertvolle Tipps vom Karriereberater
«Viele Führungskräfte ab 40 glauben, dass es ein Naturgesetz sei, die Karriereleiter Schritt für Schritt nach oben zu klettern.»
Das sagt Volker Bienert, ein erfolgreicher Karriereberater aus München. Damit zu rechnen, dass es stetig nach oben geht, kann mitunter ein Bumerang sein. Bienert nennt plötzliche Umstrukturierungen im Betrieb, neue Vorgesetzte, mit denen die Chemie nicht stimmt oder auch wichtige Projekte, die nicht umgesetzt werden können als Gründe für eine unfreiwillige berufliche Neuorientierung. Das sind alles Dinge, um die wir zwar wissen, die allerdings ganz plötzlich kommen können.
«So wie bisher geht es nicht mehr weiter.»
Sind die 40er überschritten, nimmt die Angst zu, den bestehenden Job zu verlieren oder keinen neuen mehr zu finden. Was tun? Bienert gibt im Artikel Auskunft.
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Den Karriereknick nicht als Unfall bewerten
Unfälle müssen nicht zwingend Versagen bedeuten. Die Wirtschaftswelt verlaufe nicht mehr so vorhersehbar und geradlinig wie früher. Vernetzung, neue Technologien, das Tempo von Veränderungen – vieles hat sich verändert. Vielleicht ist eine berufliche Neuorientierung angesagt, die besser auf unsere Kompetenzen ausgerichtet ist und mehr bietet als der bisherige Weg.
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Wo stehen Sie und wo wollen Sie hin?
Eine Standortbestimmung hilft. Zu wissen, was man kann und wo man sich in Zukunft bewerben will. Ehrlichkeit ist dabei wichtig. Wenn schon neu orientieren, dann auch gleich aufschreiben, was man schon immer tun wollte und was man in Zukunft aus welchen Gründen vermeiden will. Bienert weist auch auf die aktuellen Herausforderungen und die Realität des Marktes hin.
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Networking, bewerben und suchen
Die letzte Bewerbung liegt für die meisten Ü40er schon lange zurück. Das bedeutet, sich informieren zu müssen, bedeutet nicht einkalkulierten zusätzlichen Kraftaufwand.
«Ob Sie auf eine Karriereberatung durch einen professionellen Coach zurückgreifen oder das Heft von Anfang an selbst in die Hand nehmen: Werden Sie aktiv!» Volker Bienert
«Wer nicht wirbt, stirbt» lautet ein Zitat aus der Werbung. Sie dürfen sich anderen Menschen mit ihrem Anliegen zutrauen. Netzwerken Sie. Reden und schreiben Sie darüber. Mündlich und in Social Networks. Allerdings erst, wenn Sie sich im Vorfeld genau überlegt haben, über was Sie genau reden möchten. Und: die Zielgruppe muss definiert sein. Nur wer von seinem beruflichen Stand oder von seinem eigenen Netzwerk her helfen könnte, braucht Ihre Infos. Konzentrat statt Giesskannenprinzip. Vielleicht gilt dieser Denkansatz auch bei Ihrer Berufswahl. Gibt es Spezialberufe, bei denen Ihnen Ihr bisheriger Werdegang nützt und die mit einer Weiterbildung neue Berufswege eröffnen?
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Achtsam sein gegenüber sich selbst
«Rutscht man auf der Karriereleiter erst einmal eine Sprosse ab, leidet auch das private Leben. Missmut und Frust machen sich breit, schlimmstenfalls Depressionen.» Volker Bienert
Wer sich bisher über seine Leistung definiert hat, läuft in diese Gefahr. Umstrukturierung und Neuorientierung fordern einen speziell.
«Wie viel ist von dem, was bisher zählte, noch wahr?»
fragen wir uns vielleicht.
Psychisches Recycling bedeutet nicht, alles über den Haufen zu werfen, sondern das Brauchbare zu behalten und neu zu bewerten.
Es geht um die nächsten Jahre. Um unser Leben. Um uns. Auch wir verändern uns laufend. Wir werden nicht schneller, dafür reifer. Dem müssen wir gerecht werden. Mit Achtsamkeit Grenzen respektieren.
Damit wir uns auch morgen noch effizient einbringen können!
- Den ganzen Artikel von Volker Bienert können Sie auf inar.de/berufliche-neuorientierung-ab-40-die-4-besten-tipps-vom-karriereberater-aus-muenchen/ nachlesen.
- Webadresse von Volker Bienert (Deutschland, München): 2summit.de
von Jasmin Taher
Im Rahmen meiner Recherche für diesen Text habe ich im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis eine kleine Umfrage gestartet.
Überraschendes Ergebnis: Über 30 % der inzwischen Erwachsenen, die von mir interviewt wurden, wollten als Kinder Tierarzt* werden.
Nüchterne Bilanz: Heutzutage ist keiner der Befragten Tierarzt.
Berufliche Zukunft: Von den Kindern unter 7 Jahren, die ich interviewt habe, möchte übrigens nur eines – die Tochter einer Tierärztin – selbst Tierärztin werden. Ich gehe davon aus, dass sie ihren Berufswunsch eines Tages ausüben wird.
Berufswünsche: Die anderen Teilnehmer meiner Umfrage nannten als Traumberufe unter anderem Baggerfahrer, Feuerwehrmann, Polizist, Arzt, Zahnarzt, Mechaniker, Landwirt, Tierpfleger, Schneider, Designer, Musiker, Architekt, Schauspieler, Tänzer, Lehrer und Erzieher.
Fällt Ihnen auch etwas auf? Keiner der Befragten – ob gross oder klein – wollte Informatiker, Jurist, Chemiker oder Buchhalter werden. Niemand hatte den Wunsch, den ganzen Arbeitstag als Sachbearbeiter vor einem Computer zu sitzen und E-Mail-Anfragen oder Telefonate zu beantworten.
Welcher Tätigkeit gehen Sie jetzt nach und sind Sie glücklich dabei?
Überraschende Erkenntnis: Die Teilnehmer meiner Umfrage, die im sozialen Bereich als Ärzte, Zahnärzte, Sozialarbeiter, Erzieher, Lehrer, Physiotherapeuten, Osteopathen, Kranken- und Altenpfleger arbeiten, sind – abgesehen von einigen Fällen, die unter berufsbedingten Rückenschmerzen leiden – überwiegend zufrieden mit ihrer Berufswahl. Auch bei den Bäckern, Mechanikern, Gärtnern, Landwirten und Coiffeuren ist die Erfüllung durch ihre berufliche Tätigkeit hoch.
Trauriges Ergebnis: Viele der Befragten, die heute den ganzen Tag an einem Büroarbeitsplatz sitzen, leiden auch unter Rückenschmerzen. Sie sind deutlich unzufriedener mit ihrem aktuellen Job und denken über eine – teils einschneidende – Veränderung ihrer Tätigkeit nach. Auch viele der interviewten Mütter, die familiär bedingt vor einigen Jahren aus dem Beruf ausgestiegen sind, wollen nicht mehr zurück in ihren ursprünglichen Job.
Was ist der richtige Job für mich?
Interessanter Weise spielen viele Menschen, die ich interviewt habe, damit, sich beruflich umzuorientieren und Erzieher oder Altenpfleger zu werden. Sie lassen damit beispielsweise finanzielle Aspekte, die in jungen Jahren sicherlich einen entscheidenden Einfluss auf die Berufswahl hatten, aussen vor.
Vielmehr lassen sich bei der Berufswahl von ihren Neigungen leiten, überlegen sich, was sie gerne den ganzen Tag machen würden und womit sie glücklich und zufrieden sein können.
Ich habe aber auch Beispiele gesammelt, da erinnerten sich die Menschen, die sich in fortgeschrittenem Alter beruflich neu orientieren wollten, an ihre ursprünglichen Berufswünsche. Einer sehr besondere Frau, die ich kennenlernen durfte, fiel mit Mitte vierzig wieder ein, dass sie eigentlich Ärztin werden wollte, um Menschen in Afrika zu helfen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits viele Jahre als Primarschullehrerin Kinder unterrichtet. Mittlerweile ist sie über sechzig Jahre alt und fliegt nächste Woche zu ihrem nächsten Hilfseinsatz in die Zentralafrikanische Republik. Dort wird sie ihren Traumberuf aus Kindertagen ausüben und als Chirurgin den Menschen helfen.
* Die Autorin verwendet im obigen Text die männliche Berufsbezeichnungen, dieses generische Maskulinum bezieht Frauen in gleichem Maße ein wie Männer.
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Manchmal kommt es anders, als man denkt. Die bisherige Firma wurde verkauft, ein ausländischer Investor will das Unternehmen auf Vordermann bringen. Veränderungen sind angesagt. Veränderungen, die jede Arbeitsstelle betreffen, zum Teil sogar massiv. Diese Situation ist nicht selten. Als langjähriger Mitarbeiter macht man sich so seine Gedanken. Man macht sich auf die Suche nach Berufen mit Zukunft und geht der Frage nach, welcher Beruf passt wirklich zu mir?
Die Sicht des Unternehmens bei Umstrukturierungen und Neuausrichtungen
Wird ein Unternehmen verkauft, so geht diesem Verkauf eine Geschichte voran. Die Firma war nicht mehr rentabel, man hat es verpasst, das Angebot auf den Markt auszurichten, es konnte innerhalb der Gründerfamilie kein Nachfolger gefunden werden, um nur einige zu nennen. Das Ziel einer Unternehmung ist es, gewinnorientiert zu arbeiten. Stabilität und gesundes Wachstum durch langfristiges Denken, Handeln – das braucht es, damit eine Firma überleben kann. Dem Markt angepasste Strukturen und vieles mehr. Darum ist eine Neuausrichtung mit entsprechenden Massnahmen unumgänglich. Die Problematik liegt in der Frage, wie diese Neuausrichtung umgesetzt wird. Die Praxis zeigt uns immer wieder, dass dies auf ganz unterschiedliche Art und Weise geschehen kann.

Veränderungen vom Markt sind unumgänglich
Mitarbeiter = Teil eines Netzwerks
Jeder Entscheid in einer Unternehmung hat Folgen und kann auch die Mitarbeiter betreffen. Wenn wir uns auch noch so sehr Stabilität und Sicherheit in unserem Job wünschen, so sind Veränderungen und Neuorientierung ein Teil unseres Lebens. Wir können agieren oder reagieren. Veränderungen kündigen sich meistens an. Zum Beispiel in der Strategie. Wenn Fachpersonal nach einer Kündigung nicht mehr ersetzt wird oder wenn Standorte aufgegeben werden. Welche Auswirkungen könnte ein Verkauf der Firma auf meinen Job haben? Wenn ein internationales Unternehmen eine schweizerische Firma kauft, stellt sich die Frage, wo die Entscheidungskompetenzen liegen. Unterschiedliche Kulturen können meistens nicht gleich geführt werden.
Welcher Beruf passt zu mir?
Die Antwort auf diese Frage unterliegt ebenfalls Veränderungen. Weil wir selbst uns laufend verändern. Weil die Halbwertszeiten im Beruf und im Markt immer kürzer werden. Weil die Anforderungen steigen und uns die Frage «Will ich mir das wirklich bis zur Pensionierung antun?» ab einem gewissen Alter nicht mehr in Ruhe lässt. Und doch – welcher Beruf ist der richtige? Was passt zu mir? Kann man die Frage überhaupt so stellen? Wir machen uns auf die Suche. Dabei muss einiges von Anfang an stimmen. Wir benützen unseren internen Kriterien-Raster, den wir in der Kindheit gelernt haben. Entwicklung und Zukunft haben mit Bereitschaft zu tun. Sich auf Neues einlassen. Statt Alltagstrott Herausforderung. Sinnvolle Herausforderung. Unsere Psyche, unsere Persönlichkeit muss sich auf Neues einlassen können. Neue Wege suchen. Die Möglichkeiten abchecken. Das ist eine Lebensaufgabe.
Berufe mit Zukunft – das sagt eine Studie
Aubi-plus.ch führt in seiner Rubrik «Berufe mit Zukunft» Bereiche wie Pflege, Bildung und Erziehung, IT und Elektrotechnik, Ernährung und Umwelt etc. auf. Der Tagesanzeiger schreibt im Artikel «Das sind die Berufe der Zukunft» (05.10.2014), dass die Prognosen für Kassierinnen und Telemarketing-Mitarbeiter düster seien. Aber auch Bibliothekare, Buchhalter oder Sekretärinnen werde es – wenn die Forscher recht behalten – in einigen Jahren nicht mehr brauchen. «The Future of Employment», eine Oxford-Studie zur Zukunft des Arbeitsmarktes, hat über 700 Berufe auf ihre Anfälligkeit gegenüber Automatisierung untersucht. Fazit: Bei 47 Prozent der Berufe im US-Markt bestehe das Risiko, dass sie in Zukunft überflüssig würden. Der Grund: Computer können bald Dinge erledigen, die bislang nur Menschen zugetraut wurden.
Dafür entstehen in der Regel neue Berufsbilder. Kanadische und britische Trendforscher hätten laut Tagesanzeiger eine Reihe von konkreten Berufsbildern definiert, die in den kommenden zwei Jahrzehnten entstehen und an Bedeutung gewinnen könnten. Dazu gehören Abfalldesigner, Lebensende-Therapeutin, digitale Bestatterin, Auto-Transport-Analytiker und weitere. Diese Entwicklung gilt es aufmerksam zu beobachten.

Digitaler Bestatter / in – Daten löschen als Beruf der Zukunft
Man beachte die Kriterien der Studie. Es geht um die Anfälligkeit von Berufsbildern gegenüber der Automatisierung und das in den USA. Die Resultate können nicht 1:1 in die Schweiz übertragen werden. Aber sie sollen bei uns ebenfalls Denkprozesse auslösen!
Wie es wirklich sein wird
Prognosen haben so etwas Einschätzbares, sie orientieren sich zu einem grossen Teil an Trends von heute. Wer von uns weiss, ob in naher Zukunft nicht plötzlich ein Ereignis eintrifft, dass zum Beispiel elektrischen Strom reduziert und damit vieles lahmlegt. Ein solches Ereignis ist undenkbar oder wird einfach verdrängt. Ein WorstcaseSzenario (den schlimmstmöglichen Fall andenken und einen Lösungsansatz planen) existiert nicht. Wir können vieles letztendlich nur erahnen und erleben oft Wiedersprüche bei unseren Prognosen. Die Langspielplatte, zum Beispiel, wurde längstens totgesagt und erlebt aktuell eine Renaissance. (Siehe dazu «Schwarz lebt» Frankfurter Allgemeine Zeitung, Faz.net)
Welcher Beruf wird in der Zukunft zu mir passen?
Die Frage nach dem zukünftigen Job oder Beruf kann nicht abschliessend geklärt werden. Damit verbunden bleibt ein Auftrag zurück. Nämlich, sich regelmässig zu erkundigen, was sich in der Schweizer Bildungsbranche tut. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Man kann sich zum Beispiel mit einem Alert von Google auf bestimmte Begriffe in den Newsmeldungen informieren zu lassen. Wissen, was läuft.
Dass Berufsbilder verschwinden, können wir nicht verhindern. Zudem sind Berufe durch die grossflächige Vernetzung, die die Digitalisierung mit sich gebracht hat, viel mehr von äusseren Faktoren abhängig. Oft liegen die besten Chancen in Nischen und in Jobs, in denen Menschlichkeit nicht ersetzt werden kann.
Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.
Weiterführende Tipps zum Thema Beruf mit Zukunft
In der Schweiz ist er immer noch bekannt, der Schweizer Pädagoge, Schul- und Sozialreformer Heinrich Pestalozzi (1742 bis 1827). Ihm verdanken wir die Volksbildung. Pestalozzi ging davon aus, dass der Arme etwas lernen müsse, um sich selber zu helfen. Niemand sonst könne ihm helfen, und es tue es auch niemand. Diese Aussage könnte aus der heutigen Zeit stammen. Aktiv werden. Neues wagen und gewisse Risiken eingehen.
Pestalozzi selbst hat es uns vorgelebt und ist zugegebenermassen gescheitert. Wenn auch nicht an seiner Idee, sondern an der sozialen Bereitschaft der damaligen Gesellschaft. Sein Projekt, 40 verwahrloste Kinder auf seinem Landgut zu unterrichten und sie auch spinnen und weben zu lernen ist nur ein Beispiel seiner Misserfolge. Der Verkauf der textilen Produkte brachte zu wenig ein, die Schule musste schliessen (Quelle: NZZ, 19.12.16 «Schöne Bescherung»).
Bildung und Praxis sind elementar für den Erfolg
Bildung beinhaltet in der Schweiz etwas ganz Besonderes: das duale Bildungssystem. Schule und Praxis, damit Wissen und Handlung zu Kompetenz werden und es so richtig ins Blut gehen kann. Theorie lebt von der Praxis und umgekehrt. Pestalozzi wollte, dass sowohl die intellektuellen, als auch die handwerklichen Fähigkeiten der Kinder erkannt und geschult werden. Vermutlich ein Grundstein für unser Bildungssystem, dem wir viel zu verdanken haben. Begleitetes Learning by doing sozusagen.
Bildung öffnet uns neue Welten. Wer viel weiss, kann viel mehr umsetzen – trägt allerdings auch mehr Verantwortung. Es gehört zum Menschsein, dass mehr Wissen mehr Selbstvertrauen ermöglicht. Mehr Selbstvertrauen führt auch zu grösserer Bereitschaft für Schritte ins Ungewisse. Doch aufgepasst, das Bildungsangebot ist das eine. Das andere ist unsere Motivation. Es muss einen interessieren, dann lernt man schnell! Ohne Interesse fällt Bildung viel schwerer. Pestalozzi sprach von der Kraft für Entdeckungsreisen, die in uns selbst liegt. Die NZZ nennt sie eine der wenigen Rohstoffe, über die die Schweiz auch nachhaltig verfügt. Bildung muss Spass machen. Muss verständlich und attraktiv sein. Muss im Markt, in der Praxis umgesetzt werden können… Bereitschaft von aussen, vom Markt, mitzutragen, zu investieren. Wo dieser Wille vorhanden ist, kann sich Innovation entwickeln. Kann Berufung gelebt werden.
Berufung als Antrieb
Etwas tun, das einen interessiert. Alltagstrott ist der Feind aller kreativen Entwicklung. Manchmal müssen wir wachgerüttelt werden. Oft braucht es dazu einen Weg, braucht es Scheitern oder Erfolg, um sich überhaupt Gedanken über einen Ansatz der eigenen Berufung zu machen. Sie ist es, die Interesse weckt, die hilft, auch langjährige Ausbildungen zu absolvieren. Durchzuhalten. Dranzubleiben. Sie treibt jeden voran und macht keinen Unterschied zwischen gebildet oder nicht. Ich nenne sie die innere Entdeckungsreise. Etwas nicht Fassbares, das aber konkret ausgelebt werden will. Den Mut zu träumen, die Bereitschaft zu lernen und auch dann und wann zu scheitern. Berufung lässt sich nicht aufhalten. Sie treibt auch dann noch voran, wenn sie gefunden wurde und gelebt werden kann.
Vielleicht müssten wir in Zukunft vom dreifachen Bildungssystem sprechen. Von Träumen, Theorie, von Praxis…
Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach

Mehr Infos zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch und auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.
Das Thema Berufung auf Berufliche-Neuorientierung.ch
Das Thema Berufung im Web
- Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch: Berufung finden: Wenn der Lebensinhalt automatisch vorantreibt
- Ausbildung-Tipps.ch: Berufung finden, und leben können
